Jedermänner on Tour

Seit 1988 unternehmen wir einmal im Jahr eine mehrtägige Fahrrad-Radtour. Anfangs waren wir nur zwei Tage auf Achse; seit 2002 radeln wir an drei tollen Tagen. In diesem Jahr waren wir zum 31. Mal unterwegs. Die Vorbereitungen erfolgten von unserem bewährten Dreiergestirn Wolfgang Körwitz, Gerd Rohde und Horst Bädecker. Die diesjährige Fahrt führte uns nach Wilhelmshaven.

Start war am Freitag, 16. Juni um 15:30 Uhr. Zwanzig hart gesottene Pedaltreter waren bereit, den Kampf mit dem Wochenende aufzunehmen. Uns war klar, dass es ein anstrengendes Wochenende für richtige Männer ohne Nerven werden wird. Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir an der Sporthalle. Erstmals fuhren wir mit Gepäck bis WHV ins Hotel und weilten dort zwei Nächte. Geplant war, am Samstag eine Tour abzuradeln und abends wieder im gleichen Hotel zu enden.

Die Anreise führte uns über Varel, Rallenbüschen nach Dangast. Altes Zollhaus war die Adresse für die erste kurze Pause. Direkt am Deich entlang von zahlreichen Schafen radelten wir in Richtung Norden. Über Idagroden und Cäciliengroden fuhren wir am Airport Weser-Ems vorbei. Vergeblich wurde nach einen Airbus A380 Ausschau gehalten. Kleinere Turboprops und Helikopter laden aber zu Rundflügen oder Zielflügen zu den Inseln ein. Wir erreichten termingenau das Hotel Kaiser. Das 150 Betten-Haus bietet dem übernachtenden Radfahrer alle Annehmlichkeiten. In speziellen Garagen waren unsere Hochlesitungsräder sicher aufgehoben.

Für die abendliche Stärkung war ein Tisch im Bambuspalast reserviert. Zahlreiche Variationen aus schier unendlichen heißen Schalen waren für den verwöhnten Gaumen auszuwählen. Natürlich musste mit einer chinesischen Suppe begonnen werden. Zum Abschluss war eine überbackene Banane und diverse Eis- und Obstsorten Pflicht.

Den Abend haben wir im Hempels ausklingen lassen. Höhepunkt und Tipp: Wer zum richtigen Zeitpunkt bestellt, erhält den günstigsten Preis. Hier zählte die exakte Bestellzeit. Wie auf der Aktienbörse wurden auf einem großen Display alle drei Minuten die Bierpreise aktualisiert.

Am Samstagmorgen starteten wird ohne Gepäck mit unseren Rädern. Die Reise führte uns über Accum, Sillenstede nach Waddewarden. Eine erste Rast wurde bei im Waddewarder Hof eingelegt. Die geräumige Terrasse lädt zum erholsamen Pausieren ein. Weiter ging es in Richtung Hooksiel. Gleich am Ortseingang wurde eine ungewohnte Flüssigkeit genossen. Eine flüchtige Kaffeepause wurde bei der Lorenz Bäckerei Victorbur eingelegt. Danach fuhren wir in den Hafen von Hooksiel. Nach dem Fischbrötchen erwartete uns eine böse Überraschung. Ein Hinterreifen hatte für die Weiterfahrt deutlich gezeigt, Luft zu benötigen. Der Platten wurde dadurch beseitigt, dass ein neuer moderner Schlauch montiert wurde. Weiter ging es zurück nach WHV. Beim Standort des DGzRS erlebten wir einen interessanten Vortrag. Bei Kaffee und Kuchen erlebten wir die Arbeitsweise der Rettungsgesellschaft. Danach gab es eine kurze Probefahrt mit dem Seenotrettungsboot.

Das Abendessen, bestehend aus Fisch, wurde stilecht im Seglerheim serviert. Danach fanden unsere Räder wieder ihren Parkplatz in der Hotelgarage. Das ausklingende Bier wurde in der Hotelbar eingenommen. Dabei konnte auch das Weltmeisterschafts-Fußballspiel Kroatien gegen Nigeria verfolgt werden.

Nach kraftgebendem Frühstück musste unser Gepäck verladen werden. Pünktlich starteten wir, um die letzte Etappe zu bewältigen. Stets entlang des Ems-Jade-Kanals reisten wir in Richtung Neustadtgödens. Bei den zahlreichen Richtungsänderungen konnte schnell erkannt werden, ob wir richtig waren – stets dem Wind entgegen.

Eine kurze Pause wurde im Neustädter Stübchen eingelegt. Dabei handelt es sich um eine aus dem 17. Jahrhundert ehemalige Kirche, die zu einer urigen Gaststätte umgebaut wurde. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft wurde der Außenbereich durch „wenige“ deutschen Wimpel und Fähnchen dekoriert.

Mitten durch den Neuenburger Urwald radelten wir in Richtung Neuenburg. Beim Queren der Urwaldstraße in Zetel bedurfte es besonderer Aufmerksamkeit. Zu diesem Zeitpunkt fand der Triathlon Bockhorn statt. 132 aktive Sportler aus Norddeutschland gaben uns das Gefühl der Konkurrenz. Unser Mittag nahmen wir im Urwaldhof ein. Bei dem langen Rückweg über Winterweg, Grabstede, Bockhornerfeld und Grünenkamp handelte es sich um eine „echte Durststrecke“.

Robert Hartmann konnte leider in diesem Jahr nicht an der Tour teilnehmen. Dennoch war er gedanklich stets bei uns und fühlte sich verbunden. Dies war Triebfeder für eine geplante Überraschung. Mitten auf der Strecke erwartete er uns mit gekühlter Gerstenkaltschale. Es war eine ersehnte Abwechselung zum strammen Gegenwind. Spontan bot uns die Familie Heinen die Sitzgelegenheiten an. Zudem erhielten wir noch einen Crashkurs in Sachen Rosen.

Der Abschluss fand im Kulturhus statt. Neben den dankenden Worten konnte auch das Fußballspiel Deutschland gegen Mexico bewundert werden.

Die diesjährige Reise war mal wieder ein Volltreffer. Die Rahmenbedingungen stimmten. Die Fahrt führte stets über abgelegene und landschaftlich reizvolle Strecken. Dennoch waren wir stets mit zahlreichen Sicherheitswesten ausgestattet. Das feine Wetter war richtig bestellt, die Gruppe passte prima zusammen und die Stimmung war ausgelassen.

Alles in Allem: Super – weiter so.

Besonderer Dank gilt dem Dreiergestirn als Ausrichter. Wir sind uns einig, uns auch im nächsten Jahr von Wolfgang, Gerd und Horst führen zu lassen.

Eckdaten der Fahrt:

Reine Fahrtzeit:                            9:56:43 Std. im Sattel

Max. Geschwindigkeit:                 28,57 km/h

Ø Geschwindigkeit:                      13,89 km/h

Panne (echte):                              1

Pannen (vorgetäuschte):              5

Gesamte Strecke:                         139,5 km

Frank Piontek

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